Planetary Health Diet – gut für unsere Gesundheit und Erde

Shownotes

Wie können wir uns so ernähren, dass es uns selbst und gleichzeitig unserem Planeten guttut? Darüber spricht Annette Weiß in dieser Folge von „Bunt isst gut“ mit Dr. med. Lisa Pörtner. Sie ist Ärztin und Ernährungsmedizinerin und forscht an der Charité – Universitätsmedizin Berlin und am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) zu den Zusammenhängen von Ernährung, Gesundheit und Umwelt.

Im Mittelpunkt steht die Planetary Health Diet: eine überwiegend pflanzenbasierte, vollwertige Ernährungsweise, die gesund sein und zugleich Klima und Umwelt möglichst wenig belasten soll. Viel Vollkorn, Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte und Nüsse gehören dazu – tierische Lebensmittel dagegen in deutlich geringeren Mengen.

Doch wie lässt sich das in der Praxis umsetzen? Lisa Pörtner arbeitet an einem Forschungsprojekt, das die Verpflegung an der Charité gesünder und umweltfreundlicher machen soll. Untersucht werden dabei unter anderem Nährstoffqualität und Umweltfußabdruck der Speisepläne, die Akzeptanz bei Patientinnen und Patienten sowie Mitarbeitenden und die Wirtschaftlichkeit der Umstellung. Ein Ziel ist es, Erkenntnisse zu gewinnen, von denen künftig auch andere Einrichtungen profitieren können.

In dieser Folge geht es unter anderem darum:

• Was bedeutet Planetary Health Diet – und warum ist sie keine „Diät“? • Warum hängen menschliche Gesundheit und die Gesundheit unseres Planeten unmittelbar zusammen? • Wie sieht ein Teller nach den Prinzipien der Planetary Health Diet aus? • Warum spielt unser Ernährungssystem eine so große Rolle für Klima und Umwelt? • Wie gesund und nachhaltig ist die Verpflegung in Krankenhäusern und Senioreneinrichtungen bisher? • Wie soll das Essen an der Charité verändert werden? • Muss gesünderes und nachhaltigeres Kantinenessen teurer sein? • Warum haben Krankenhäuser beim Thema Ernährung eine besondere Vorbildfunktion? • Warum wird ausgerechnet über Ernährung politisch so emotional gestritten? • Und welche drei einfachen Veränderungen bringen mehr Vollkorn, Hülsenfrüchte, Obst und Gemüse auf unseren Teller?

„Bunt isst gut“ ist ein Podcast des Leibniz-Instituts für Gartenbauwissenschaften (IGZ), produziert von proWissen Potsdam.

Transkript anzeigen

00:00:05:

00:00:08: Herzlich willkommen

00:00:09: bei BUND

00:00:10: ist gut, dem Podcast für kluge Ernährung und gesunde Vielfalt.

00:00:15: Was hat die Vielfald auf unseren Feldern mit unserer Gesundheit zu tun?

00:00:19: Und wie abwechslungsreich sollte unsere Ernährungen eigentlich sein?

00:00:24: Moderatorin Anette Weiß spricht mit Expertinnen und Experten aus der Wissenschaft über die Zusammenhänge

00:00:29: zwischen

00:00:30: biologischer Vielfalthe, Ernährungs- und unserer Gesundkeit Denn Vielfalt ist nicht nur für unsere Umwelt

00:00:36: wichtig,

00:00:37: sie gehört auch auf unsere Teller.

00:00:39: Bund

00:00:40: isst gut!

00:00:43: In den letzten Folgen von BUND IST GUT haben wir viel über das Gemüse und den Kohl selbst gesprochen – zum Beispiel über sekundäre Pflanzenstoffe, über Glucosinulator die Senvöle, die ja für die Schärfe und die Bitterkeit im Kohl sorgen oder auch über Insekten, Bestäuber gelten oder dann auch über Schädlinge.

00:01:02: Also wie macht die Pflanze das, dass sie sich selber wehrt gegen solche Schädlingen und Angreifer?

00:01:09: Wir haben über Genbanken gesprochen und auch wie man neue Sorten züchtet und eben diese alten Züchtungen bewahrt.

00:01:16: In den letzten beiden Folgen möchten wir die Aufmerksamkeit auf uns Menschen richten was Vielfalt auf dem Teller für unsere Gesundheit bedeutet Und was wenn dieser Ernährung nicht nur gut für uns Menschen ist sondern auch für den Planeten Auf dem wir nun mal leben.

00:01:31: Darüber spreche ich heute mit Dr.

00:01:33: Lisa Pörtner, sie arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Arbeitsgruppe Klimawandel und Gesundheit an der Berliner Charité und am Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung, dem PIC.

00:01:45: Hallo Lisa!

00:01:49: Du bist ja Ärztin.

00:01:50: Du hast zehn Jahre lang als Internistin, als Geriaterin also als Fachärztin für Altersmedizin und auch als Ernährungsmedizinerin gearbeitet Und heute beschäftigst du dich mit Klimawandel, Ernährung und Gesundheit.

00:02:03: Wie kam es zu diesem Wechsel?

00:02:04: Also raus aus dem Klinikalltag rein in die Forschung.

00:02:08: Ja so dass ich mich neben der klinischen Arbeit schon lange mit dem Bereich Umweltschutz beschäftigt habe im Ehrenamt und kam dann ja über die Jahre auch die neuen Berichte des Weltklimarates heraus, die wirklich dramatisch waren.

00:02:22: Und ich hab mich da eben zunehmend engagiert und habe zudem gemerkt dass gerne auch an diesem großen Ganzen mitarbeiten würde und quasi die Gesundheit meiner Patientin auf einer höheren Ebene als so einem individuellen Behandlung angehen würde und schützen würde.

00:02:39: Und deshalb habe ich mich damals entschieden, diesen Schritt zu gehen und genau in dem Bereich jemanden Gesundheit um Weltveränderung und Gesundheit dann mit dem Schwerpunkt Ernährung weil das ja sehr gut auch zu meiner Ausbildung passt.

00:02:53: zum Beschäftigen

00:02:54: Was für eine Ausbildung hast du als Ärztin oder noch was darüber hinaus?

00:02:58: Ne, genau.

00:02:59: Also ich habe ja bereits mit der Ernährungsmedizin den Schwerpunkt gesetzt auf dem Bereich Ernährung und hat mich dann zunehmend auch damit beschäftigt – das hat unsere Ernährungen eigentlich aber auch mit Umweltveränderungen und darüber dann ja auch wieder mit unserer Gesundheit zu tun.

00:03:12: Und das ist ein Bereich, der mich sehr stark fasziniert und in dem ich erfreulicherweise jetzt auch intensiver tätig

00:03:18: bin.".

00:03:19: Genau!

00:03:20: Ein Begriff, der da immer wieder fällt, ist die Planetary Health Diet.

00:03:24: Was genau ist das eigentlich?

00:03:26: Und ist es eine Art Diät oder heißt es so im englischen Diet, wofür wir ja nicht so eine gute Übersetzung haben außer Ernährung.

00:03:35: Genau!

00:03:35: Es ist auf keinen Fall ein Diät und das ist einfach diese Versetzungsdinge – also es ist eine Ernährungsweise.

00:03:41: Das ist eine der Kernempfehlungen der E-Blancer-Kommissionen die zum ersten Mal aus dem Jahr zwei Tausend Neunzehn publiziert wurden.

00:03:47: Es ist eine Gruppe von Wissenschaftlerinnen die sich damit beschäftigt haben, wie sieht denn eigentlich eine gesunde Ernährung aus?

00:03:54: Eine Ernährungen, die gleichzeitig unsere Umwelt schützt statt sie weiter zu zerstören.

00:04:01: Und eine ErnährUNG, die auch gerecht ist.

00:04:04: Das heißt mit der wir quasi alle Menschen in einer wachsenden Weltbevölkerung bis zur Mitte des Jahrhunderts gesund ernähren können und ausreichend ernählen können.

00:04:14: Das ist im Prinzip das Prinzip der Planetary Health Diet eine stark pflanzenbasierte Ernährung, die sowohl für die Gesundheit des Einzelnen als auch für die Umwelt vorteilhaft ist.

00:04:28: Ich habe mir den aktuellen EatLensit-Report mal angeschaut – ich glaube der ist so ein Jahr alt und darin wurde er veröffentlicht und es hat mich dann doch nochmal aufgerüttelt dass die Nahrungsmittelproduktion der wesentliche Treiber für das Überschreiten von fünf planetaren Grenzen ist und dreißig Prozent der globalen Treibhausemission verursacht.

00:04:48: Und auf der anderen Seite fehlt Milliarden Menschen den Zugang zu gesunde Ernährung oder überhaupt Ernährungen, die müssen hungern.

00:04:55: Kannst du mal bitte erläutern was sind eigentlich planetare Grenzen und was leitest Du aus diesen Ergebnissen ab?

00:05:01: Genau also planetäre Belastungsgrenzen.

00:05:03: das ist ein Konzept was auch am Pick entwickelt wurde.

00:05:07: Das sind im Prinzip neun bio-physikalische Systeme, die für die Stabilität unseres Erdsystems extrem wichtig sind.

00:05:14: Also dazu gehört zum Beispiel unser Klimasystem.

00:05:17: Dazu gehört die Biodiversität.

00:05:19: Dazu gehört die Landnutzung aber auch die Nährstoffkreisläufe dieser Erde.

00:05:25: Man sagt eben die Planter und Grenzen wenn sie sich.

00:05:29: Wenn die überschritten sind, kommen wir in einen Bereich der sehr instabil wird.

00:05:33: Wo wir zunehmend quasi die Bedingungen verlassen, die wir Menschen über die letzten zwanzigtausend Jahre im sogenannten Hodo-Zähnen gewöhnt sind.

00:05:40: Also stabile Klimazustände usw.

00:05:43: Und genau und wir sehen eben das mittlerweile sieben von diesen neuen Planetaren Belastungsgrenzen überschritten sind dass wir uns hier also zunehrend im Orangen oder sogar im roten Gefahrenbereich.

00:05:55: Wir bewegen uns damit wirklich in eine ungewisse Zukunft.

00:05:58: Also wir wissen nicht, was passiert wenn diese Systeme wirklich komplett außer Balance geraten und wie du schon gesagt hast unsere Ernährung spielt in diesem Kontext ne extrem große Rolle die auch häufig unterschätzt wird und viele Menschen wissen gar nicht dass unser Ernährungssystem so dramatische Umweltauswirkungen hat.

00:06:16: Darüber wird viel zu wenig berichtet, unter anderem eben auch viel zu wenige über die ausgeprägte Klimawirkung unserer Ernährungen.

00:06:23: Da ist ja der Fokus sehr häufig auf fossilen Energieträgern was natürlich auch völlig richtig ist.

00:06:27: aber wir wissen auswissenschaftlichen Studien auch das werden wir es nicht schaffen unser Ernährungssystem grundlegend zu transformieren so wie die Lancet Kommission es hervorschlägt und die Planetary Health Diet ist quasi ein Teil davon werden wir Klimakrise nicht eindämmen können.

00:06:42: Also dann haben wir bis zum Ende des Jahrhunderts alleine durch unsere Ernährung schon nö, neun Grad zusätzliche Erwärmung und das heißt unserer Ernährungen ist einfach ein riesiger Hebel.

00:06:53: Und dazu gehört eben diese Ernährungsumstellung hin zur Planetary Health Diet aber auch eine effektivere und nachhaltigere Landwirtschaft und die Reduktion von Lebensmittelabfällen.

00:07:03: Das sind im Prinzip diese drei großen Bereiche, die für die Transformation zentral sind.

00:07:08: Lisa, wenn wir jetzt über Planetary Health Diet noch mal konkret reden.

00:07:13: Wie würde das denn auf meinem Teller aussehen?

00:07:15: Also worin besteht die?

00:07:17: Die Planetary health diet ist vom Prinzip her nichts was jetzt völlig neu ist also so Begriffe wie eine militärane Diät oder so eine militäre Ernährung.

00:07:26: jetzt sage ich teilweise schon Diät.

00:07:28: Das ist ja schon ein Konzept was schon lange bekannt ist und die Planetar Health Diet reiht sich hier im Prinzip ein.

00:07:32: Es ist eine stark pflanzenbasierte vollwertige Ernährung vom Grundprinzip her.

00:07:38: Die Empfehlung ist hier eben überwiegend hochwertige pflanzliche Lebensmittel zu sich zunehmen, wie Vollkorngetreide, Viellobs und Gemüse, Hülsenfrüchte und Nüsse als pflanzeleiche Proteinträger.

00:07:50: Und dann vor allem die tierischen Lebensmitteln wirklich in Maßen weil diese auch hauptverantwortlich sind für die ausgeprägten Umweltauswirkungen unseres Ernährungssystems.

00:07:59: Das heißt genau in maßen Milchprodukte Und dann auch schon sehr reduziert, Fleisch vor allem rotes Fleisch also von Rind, Schaf und Schwein stark begrenzt.

00:08:12: Dazu noch Zucker in Maßen, Salz in Maßen gesättigte Fette in Maße.

00:08:16: eine vollwertige Ernährung.

00:08:19: Das kennt man eigentlich auch von der Ernährungspyramide.

00:08:22: Es ist im Kern nichts Neues und die deutsche Gesellschaft für Ernährungen hat ja diese Umweltaspekte jetzt auch aufgegriffen.

00:08:30: Ich habe mir gerade so eine Broschüre angeguckt, die aufzeigt wie gesunde Ernährung und Klimaschutz Hand in Hand gehen.

00:08:38: Aber das wird von anderen wiederum kritisiert!

00:08:41: Das hast du mir am Vorfeld erzählt.

00:08:42: Warum ist eigentlich diese Debatte über unser Essen da so emotional?

00:08:47: Die Debatten ums Essen sind häufig sehr emotional weil Essen auch was Persönliches mit Vorlieben, mit erlerntem Essen wohlbefinden zu tun hat und wo einfach die Gemüter schnell hochkochen.

00:09:00: Und genau die DGE hat jetzt sowohl Umwelt- als auch Gesundheitskriterien in ihre Modellierung einbezogen, was ich sehr begrüßenswert finde und es ja tatsächlich vom Ergebnis sehr ähnlich zu Planetary Hafters zu ähnlichen Empfehlungen gekommen.

00:09:14: Aber es wurde dann eben teilweise auf populistischer Seite so interpretiert, als wären das jetzt Vorschriften und man will uns unser Fleisch wegnehmen und da ist die Debatte in Teilen hochgekocht da einfach Menschen sagen, ich will mir nicht vorschreiben lassen was ich esse.

00:09:32: Was ja auch überhaupt nicht der Fall ist.

00:09:33: das sind alles nur Empfehlungen.

00:09:36: aber genau es kann ein emotionales Thema sein in der Debatte auch im öffentlichen

00:09:41: Ja, garantiert.

00:09:43: Gerade habe ich Radio gehört und es wurde ein Bericht veröffentlicht dass dieser Sommer der zweit heißeste nach zwei tausendunddrei ist was natürlich Auswirkungen hat auch auf uns Menschen aber ja klar auch auf die Umwelt also sogar dahin das es schlechte Ernteerträge gab.

00:10:00: Ich meine wir sind so weit damit das alles zu wissen.

00:10:03: Und wenn Umweltserstörung- und Klimawandelmedizinische Probleme sind müssten wir dann Ernährung nicht eigentlich ganz anders als bisher.

00:10:12: Also weg vom, ich brauche mein Schnitzel und meine Bratwurst sondern tatsächlich hin zu vegetarisch oder eben wirklich auch vegan?

00:10:20: Ja also wir müssen das ja eigentlich gar nicht ganz anders betrachten weil es ist ja so dass wir sehen das auch bei der Planetary Health Diet was das Umweltfreundliches ist in der Regel ja auch einfach gesund.

00:10:30: wenn's jetzt um die Ernährung geht.

00:10:31: das heißt wir haben hier wirklich eine Win-Win Situation Und das ist jetzt schon angedeutet und das habe ich eben auch kurz angedeutert, als ich sagte.

00:10:38: Ich finde es sehr begrüßenswert dass die DGE das gemacht hat mit den Umwelt- und Gesundheitskriterien in Empfehlung.

00:10:43: meiner Meinung nach kann man das gar nicht trennen weil wir sehen, dass die globale Umweltserstörung, die Klimakrise immer stärkere Auswirkungen hat auf die Gesundheit der Menschen weltweit.

00:10:53: Du hast es gerade schon angesprochen.

00:10:54: Die Hitze toten in diesem Sommer.

00:10:56: Wir sehen zunehmende Extremwetterereignisse.

00:10:58: Wir haben ein erhöhtes Risiko für bestimmte Infektionserkrankungen die mentale Gesundheit leidet und so weiter.

00:11:04: Und wir haben dazu noch keine klaren Zahlen, aber es ist schon davon auszugehen, dass unser Ernährungssystem heute schon auch wirklich in relevanten Maße zur Krankheitslast vermittelt über diese Umweltzerstörung beiträgt und das immer weiter zunehmen wird.

00:11:18: Also wir gehen davon aus, dass wir in diesem Jahrhundert einfach eine zunehmende Krankheitslast durch die Umweltzersteuerung sehen werden.

00:11:25: Das wird eine immer größere Gesundheitsbedrohung.

00:11:28: Wir fassen das auch unter dem Begriff der sogenannten Planetarengesundheit zusammen.

00:11:32: Wir können eben die Gesundheit des Menschen nicht trennen von dem Zustand unserer natürlichen Lebensgrundlagen und in diesem Kontext ist eine Ernährung, die umweltvollständig ist per se auch gesund.

00:11:43: auf diesen Wege gesund quasi Und erfreulicherweise ist sie ja für das Individuum wenn wir eine stark pflanzenerisierte vollwertige Ernährungen haben.

00:11:50: Das ist besser für die Umwelt und es ist gut für die individuelle Gesundheit.

00:11:54: Und ich meine, das muss man ganz stark zusammen denken.

00:11:59: Das lässt sich einfach nicht trennen und da sind wir als Medizinerinnen auch im Gesundheitswesen aufgefordert dafür zu sensibilisieren und darauf aufmerksam zu machen wie wichtig diese Zusammenhänge sind

00:12:12: Und wie gut, dass es eine Win-Win-Situation ist und das leuchtet ja auch ein.

00:12:17: Das was gut für unseren Planeten ist natürlich wieder gut für uns!

00:12:22: Ich würde jetzt gerne mal auf dein Forschungsprojekt zu sprechen kommen.

00:12:25: du arbeitest gerade also du bist auch am Potsdam Institute für Klimafolgenforschung aber du führst ein Forschungs Projekt an der Berliner Charité durch an dem Universitätskrankenhaus was er sicherlich auch Strahlkraft hat bundesweit Und du willst gerade an einem Ort, der für Gesundheit schlechthin steht das Essen ändern.

00:12:45: Erzähl mal genau was du machst und was stimmt denn eigentlich nicht mit dem Essen an unseren Krankenhäusern?

00:12:51: Ja, das ist eine große Frage!

00:12:52: Genau also wir haben in einem vorherigen Forschungsprojekt haben wir uns mal das Essen einer kleinen Stichprobe an Gesundheitseinrichtungen, also Kliniken, Senioreneinrichtung angeschaut Und haben geguckt, wie gesund ist das eigentlich und welchen Umwelt Fußabdruck hat das?

00:13:06: Dazu gab es halt bisher tatsächlich wirklich so gut wie gar keine Daten.

00:13:10: Es hat zwar jeder Erfahrungswerte zu berichten, wenn ich war da in der Klinik und das Essen war so schlecht.

00:13:15: aber wir wollten uns das dann wirklich mal genauer angucken.

00:13:18: Das war doch sehr erschreckend.

00:13:19: also wir haben gesehen dass das Essen aus Gesundheit nicht aus Sicht wirklich stark verbesserungswürdig ist, dass im Kliniken der Großteil der Kalorien wirklich austierischen Lebensmitteln entstand und die zweite größte Lebensmittelgruppe sind hochverarbeitetes Getreide und Zucker, Kartoffeln.

00:13:35: Und in Senioreinrichtungen war es andersherum.

00:13:37: also wichtigste Kalorienquelle, raffiniertes Getreid.

00:13:40: Also ungesunde pflanzliche Kalorienen sag ich mal und zweitgrößte Quelle dann tierische Lebensmittel.

00:13:45: In allen Einrichtungen diese vollwertigen pflantlichen Lebensmittel wirklich unter einem Fünftel aller Kalorinen.

00:13:51: Laut Planetary Health Diet sollen das ja ungefähr acht Prozent aller kalorienausvollwertigen, pflansichen Lebensmitteln stammen.

00:13:57: Und da waren wir doch in den Einrichtungen sehr weit von entfernt.

00:14:01: Das heißt, genau, von der Zusammensetzung wirklich suboptimal... Wir haben auch so einen Index berechnet.

00:14:07: wie gesund ist das eigentlich?

00:14:09: Da haben die Einrichtung wirklich auch überwiegend ziemlich schlecht abgeschnitten und wir haben gesehen dass es einige Nährstoffe zu wenig angeboten wurden.

00:14:17: Und in der Berechnung des Umweltfußabdrucks sehen wir eben, dass was nicht überraschend ist aber ganz klar getrieben wird.

00:14:23: Also mehr als drei Viertel oder um die Dreiviertel des Umweltfussabdruckes in verschiedenen Bereichen seit das Klimawirkungen Landfußabbdruck durch tierische Lebensmittel.

00:14:34: Und macht ihr das für die Patientinnen?

00:14:35: Oder auch für Mitarbeitende in den Krankenhäusern?

00:14:38: Weil ich meine da gibt es ja auch Einige und die haben ja auch manchmal Hunger von der Oberärztin bis hin zum Krankenpfleger.

00:14:44: Ja, auf jeden Fall.

00:14:46: Wir gehen das beides an.

00:14:47: also wir möchten auch dass die mitarbeiten werden davon profitieren und wollen auch hier eine gesündere und umweltfreundlichere Verpflegung Anbieten wollen auch darüber aufklären warum es wichtig ist genau

00:14:59: Und nur um das ganz klar zu machen geht Es da schon um Kost als Therapieform ja oder ist es eher Die die Standardkost die ihr berücksichtigt?

00:15:10: Genau Also wir kümmern uns um die wirklich die Krankenhausstandardkost, die der Großteil der PatientInnen bekommt.

00:15:16: Und gleichzeitig schauen wir uns auch den Bereich Mangelernährungskost noch mal konkreter an hier einfach insbesondere um die Versorgen zu verbessern.

00:15:25: und dann gibt es natürlich in der Klinik sehr viele verschiedene Diätformen für Unterschiede ist der Erkrankungen, die wir gar nicht alle im Detail angehen können aber die natürlich häufig auch abgeleitet werden aus der Krankenhaus-Standardkosten.

00:15:35: und dann werden eben bestimmte Dinge weggelassen oder die bestimmte Allergene oder so etwas sodass sich sicherlich auch Veränderungen ergeben.

00:15:45: Aber im Prinzip geht es erst mal um diese Breite, diese Standardkrankenhauskost, die wir gesünder- und weltfreundlicher gestalten

00:15:51: möchten.".

00:15:53: Jetzt kann man ja sagen das klingt wunderbar!

00:15:55: Du hast doch gesagt, dass wurde schonmal Probe gekocht und verköstigt aber allgemein wollen die Menschen überhaupt, dass ihre Kost so verändert wird?

00:16:04: Wir hängen immer sehr an diesen tierischen Produkten Fleisch, aber auch die Milchprodukte und Eier.

00:16:11: Was ist, wenn dann plötzlich weniger Fleisch auf dem Teller liegt?

00:16:13: Gehst du davon aus dass die ganz schön mäckeln oder eher nörgeln.

00:16:18: Mäckeln ja nicht aber das sie ganz schön meckern werden die

00:16:20: Leute?

00:16:21: Gar nicht unbedingt würde ich sagen.

00:16:23: also wir machen es jetzt nicht so dass von heute auf morgen sich alles komplett verändert sondern es geht ja wirklich auch darum um teilweise in manchen Bereichen kleinere Schritte oder Anpassungen.

00:16:35: Es ist jetzt nicht auf einmal alles neu und exotisch.

00:16:39: Vielleicht ist die Fleischportion ein bisschen kleiner, aber dafür sind da mehr Hülsenfrüchte drin oder in der Frikadelle ist mehr Grünkern drin.

00:16:45: Das ist gar nicht so dass man das unbedingt immer ganz krass merkt.

00:16:48: und das sind nicht alles völlig neue Gerichte sondern man kann ja auch alte Gerichte entsprechend ein bisschen anpassen bis den Pflanzenbasis gestalten.

00:16:55: Wir haben einfach eine größere Vielfalt in Zukunft an Flanzenbasiertengerichten.

00:17:01: Man muss auch sagen, es ist ja nicht so wie es heute das Ideale ist und jeder ist da völlig zufrieden und findet da immer was, sondern es geht darum, das für alle zu verbessern.

00:17:10: Und es soll jeden Tag für alle Essgewohnheiten auch ein Angebot geben.

00:17:16: Auch für die, die gerne Fleisch essen zum Beispiel.

00:17:21: Genau, bin ich sehr gespannt wie sich das entwickelt mit der Akzeptanz.

00:17:24: Wir wissen aus Projekten wie zum Beispiel der Kantine Zukunft einfach aus Erfahrungsberichten dass es häufig ein bisschen holprig ist über die erste Phase so das erster Halde ja-ja und das dann aber wirklich auch die Akzeptance kommt.

00:17:38: und das Wichtigste ist natürlich vor allem dass es wirklich gut schmeckt.

00:17:42: Das Genuss dabei ist weil das ist ja extrem wichtig im Kontext von Essen und genauso sollen sind die Rezepte auch angelegt Und daher erhoffen wir uns da auch eine positive Resonanz.

00:17:54: Und Kantine Zukunft ist euer Partner darin?

00:17:57: Genau, die Kantine-Zukunft hat uns beraten unterstützt bei der Rezeptentwicklung und bringt natürlich extrem viel Erfahrung ins Projekt mit ein!

00:18:06: Ich bin mir sicher, dass Nicole von Damm die Leiterin vom Institut für Gartenbauwissenschaften noch ihr Kohlrezept dann beisteuern wird.

00:18:13: Sie hat uns ja in Folge fünf verraten wie sie den Rosenkohl liebt.

00:18:17: und ja Kohl ist natürlich auch absolute Vielfalt auf dem Teller und darum geht es ja auch bei Bunt Ist Gut!

00:18:24: Jetzt bin ich absolut deiner Meinung das Kantien essen und ich war noch nie länger im Krankenhaus, aber man hört es immer wieder.

00:18:31: Also auch Krankenhauseszen sich jetzt nicht durch besondere Geschmackserlebnisse bisher auszeichnet.

00:18:36: Also garantiert ist das ein Schub nach vorne wenn ihr Apö-Apö eine bessere gesündere vitalere Ernährung da umsetzt.

00:18:45: Aber oft kommt ja noch so ein zweites Argument nämlich die Kosten.

00:18:48: Ja Das können wir uns nicht leisten.

00:18:50: Und da ist meine Frage Ist denn gesundes unnachhaltiges Krankenhausessen wirklich teurer?

00:18:55: Ja, das ist eine gute Frage und dafür machen wir jetzt auch nur gesundheitsökonomische Untersuchungen.

00:18:59: Es haben Gesundheitsökonomen an Bord weil genau das ein ich relativ unbeantwortete Frage ist.

00:19:05: aber auch hier gibt es wieder Erfahrungswerte aus meinem vorherigen Forschungsprojekt wo ich mit Entscheidungsträger in verschiedenen Einrichtungen gesprochen habe.

00:19:15: Da gibt es schon Einrichtungen, die in dem bestehenden Kostenkorsett sag ich mal was ja in Gesundheitseinrichtung da ist.

00:19:23: Schon sehr viel bewegt haben.

00:19:25: also viele die auch sagen wir reduzieren Fleisch dadurch sparen wir Geld ein können das bessere Qualität des Essens reinvestieren quasi wir kochen jetzt frischer und so weiter.

00:19:35: Also Es gibt sicherlich einiges was sich auch in den bestehende Kostenrahmen schon umsetzen lässt.

00:19:44: Gab es bisher irgendwelche Ergebnisse, die dich überrascht haben oder vielleicht auch noch gar nicht Ergebnisse.

00:19:49: Aber so, ich sag mal Situationen vor Ort, die sich überrasacht haben oder überraschte ich als Ärztin gar nichts mehr?

00:19:53: Man hast du ja zehn Jahre auch im Klinikalltag gearbeitet!

00:19:57: Du meinst jetzt in Kontext dieses Forschungsprojektes?

00:19:59: Ganz

00:20:00: genau!

00:20:00: Im Zuge der Umsetzung von der Planetary Health Diet in den Krankenhausbetrieb

00:20:06: kann ich eigentlich nicht sagen.

00:20:07: Vielleicht eher auch positiv, dass man gesehen hat, der war beispielsweise zu einem Workshop in der Küche der Kantine Zukunft und haben da neue Rezepte gemeinsam ausprobiert.

00:20:18: Und hatten da eben auch KollegInnen aus der Küchen dabei von der Charité und das wurde mit ganz viel Freude und Spaß aufgenommen.

00:20:25: diese neuen Rezepten und mal weg dann von der Fertigsauce, das alles mal wieder selber machen Das war geschmacklich toll und es war auch schön zu sehen, wieviel Motivation da ist.

00:20:38: Wie viel Freude das dann macht!

00:20:40: Ja

00:20:41: einfach mal die gewohnten ausgetretenen Pferde auf Wiederverlassen.

00:20:45: Ich kann mir vorstellen dass die Köche da auch mal happy sind was ganz Neues auszuprobieren.

00:20:55: besseren Kost, nach der vielseitigeren und ausgewogenen Kost basierend auf dieser Planetary Health Diet.

00:21:02: Ob die wirklich jetzt gesünder sind?

00:21:04: Also geht es da wirklich um Blutuntersuchung oder geht's eher darum dass sie sagen Boah schmeckt besser und ich bin irgendwie zufriedener mit diesem Essen oder es macht mich länger satt?

00:21:13: wie wollt ihr davor gehen bei dem Abfragen?

00:21:15: Also wir gucken auf jeden Fall natürlich auch die Zufriedenheit.

00:21:17: Das ist für uns ein wichtiges Outcome, die Gesundheitseffekte direkt zu messen über beispielsweise Blutwerte oder so etwas.

00:21:26: Das machen wir im Kontext dieser ersten Studie nicht.

00:21:28: Es würde wirklich eine sehr große Zahl von Patientinnen einschließen.

00:21:33: Es wäre sehr teuer.

00:21:35: Es geht jetzt erstmal darum... das quasi indirekt uns anzuschauen.

00:21:40: Wir gucken auf die zusammensetzende Speisepläne und können berechnen, wie gesund ist diese Lebensmittelzusammensetzung?

00:21:47: Wie ist das Nährstoffangebot?

00:21:49: Und das gibt uns dann näherne Auskünfte raus, wie gesund das für die Person ist.

00:21:54: Wir berechnen zum Beispiel den Health Eating Index, den ich schon kurz gesagt habe, dass wir es in der Vorstudie auch gemacht haben.

00:22:00: Da kann man auf einer Skala von null ganz schlecht, ganz ungesund bis hundert eine Zahl und Index bestimmen.

00:22:08: Und da gibt es große Studien, wissenschaftliche Studien, die zeigen je höher dieser Index ist desto besser als langfristig das Gesundheits-Outcome, desto weniger kardiobaskuläre Erkrankungen Todesfälle.

00:22:19: Genau und wir können darüber eben ableiten, wie gesund ist eigentlich dieser Speiseplan?

00:22:23: Wie gesund ist der für die PatientInnen?

00:22:25: Und wie war Index bisher?

00:22:26: Haben die das schon angekreuzt?

00:22:28: Also wir haben den für die Charité noch nicht berechnet, dass kommt dann.

00:22:32: aber der war in den anderen Einrichtungen, die wir uns angeschaut haben wirklich suboptimal so zum Teil bei zwischen vierzig und fünfzig.

00:22:39: In der Regel ein Ausreißer bei siebenundfünfzig Prozent von hundert möglichen Punkten also wirklich noch sehr viel.

00:22:45: Der Ausreiter war schon nach oben von fifty-seven, das war schon das Beste.

00:22:49: Da ist dann wirklich Luft nach oben wie man so schön sagt.

00:22:53: Jetzt hat ja die Charité wirklich einen Namen eine Renommee und versorgt auch sehr viele Menschen als Universitätsklinikum.

00:23:01: Haben Krankenhäuser für dich eine Vorbildfunktion?

00:23:04: Also gerade Einrichtungen wo ja kranke Menschen hinkommen und gesund werden sollen müssten grade solche Einrichtung beim Essen vorangehen?

00:23:13: Also die kurze Antwort ist ja.

00:23:15: Ich sehe das auf jeden Fall so, dass wir das Gesundheitseinrichtung ganz vorne mit vorangehen müssten bei einer gesunden umweltfreundlichen Ernährung.

00:23:23: Weil wir haben die Vorbildfunktion für die Patientinnen, die bei uns liegen und lieber lernen sollen wie sie sich am besten in Zukunft ernähren sollten, um weiteren Erkrankungen vorzubeugen, weitere Komplikationen vorzubeugen.

00:23:35: Wir haben auch eine Vorbild-Funktion gesamtgesellschaftlich.

00:23:39: Wenn Gesundheitseinrichtungen nicht vorangehen, wer soll's dann machen?

00:23:42: Also könnte man ja auch sagen und das sehe ich sowohl in Bezug auf eine gesunde Ernährung als eben schon auch eine umweltfreundliche Ernährierung aus dem Grund den ich vorhin genannt hatte.

00:23:52: Dass sich das einfach nicht trennen lässt und dass wir dafür sensibilisieren müssen, dass wir nur auf einer gesunden Erde gesund sein können und dass da sehr viel Verbesserungsbedarf ist, auch v.a.

00:24:05: im Bereich Ernährungen.

00:24:07: Ich fasse noch mal zusammen.

00:24:08: Euer Forschungsprojekt untersucht Umweltfußabdruck, Nährstoffqualität – die Zufriedenheit, Wirtschaftlichkeit auch und sogar die Prozesse der Umstellung.

00:24:18: Was müsste am Ende des Jahres?

00:24:28: Ehrlicherweise würde ich jetzt schon sagen, dass es gelungen ist.

00:24:31: Wir arbeiten nicht erst seit gestern daran, sind seit zwei Jahren in einem Prozess und das vorzubereiten und haben mittlerweile so viel auf den Weg gebracht.

00:24:41: Das lässt sich gar nicht mehr aufhalten, sage ich mal.

00:24:45: Wenn wir dann das erfolgreich umsetzen und da gute wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen, dann ist das für mich absolut gelungen.

00:24:51: Ideal wäre es natürlich auch wenn wir zeigen können... Wirklich gesünder ist, dass es umweltfreundlicher ist wenn wir zeigen können.

00:24:58: Das lässt sich auch in der aktuellen Kostensstruktur machen und das wird auch gut akzeptiert von Patientinnen und Mitarbeitenden denn diese Daten gibt's eben auch nicht Und das ist häufig für viele Küchen auch ein Grund nicht umzustellen weil eben die Sorge davor besteht dass es abgelehnt werden könnte.

00:25:12: Und es wäre halt toll, wenn wir aus diesem Projekt heraus wirklich die Erkenntnisse gewinnen können.

00:25:16: Die andere Einrichtung ermutigen das Thema auch anzugehen, diese anderen Einrichtungen dann auch erleichtern und die Ernährung umzustellen also wenn wir da wirklich eine Vorbildfunktion einnehmen können?

00:25:26: Absolut!

00:25:27: Lisa zum Schluss noch eine Frage.

00:25:29: du hast ja beim Konsultationsprozess der Bundesregierung mitgemacht hinsichtlich der neuen Ernährungsstrategie und sagst das Thema Ernährungen sei politisch unglaublich Angst besetzt.

00:25:39: warum Also warum ist es gesellschaftlich so schwer darüber zu sprechen, was wir idealerweise essen sollten?

00:25:47: Das knüpft ja daran an das ich vorhin schon sagte.

00:25:50: Dass Essen einfach ein emotionales Thema wird und was häufig polarisieren kann und was zu einer polarisierten Debatte führen kann.

00:25:56: in der muss man auch ehrlicherweise sagen.

00:25:59: Häufig auch einzelne Stimmen sehr laute Stimmen dann sehr viel Gewicht bekommen sodass es manchmal auch nur erscheint als sei das ein riesiges Problem.

00:26:07: Ich nenne das immer das Veggie Day Trauma, was gerade auch in der Politik so besteht.

00:26:12: Dass man das damals sehr gesehen hat als die Grünen den Veggie-Day umsetzen wollten, dass es für einen Aufschreiß gab und ... Das landet einfach oft dann noch in dieser grünen Umweltecke.

00:26:24: Und also das ist emotional, Menschen wollen sich da nicht reinreden lassen.

00:26:29: Und das macht's einfach dann für Entscheidungsträgerinnen zu einem heiklen Thema Was daher leider auch einfach viel zu wenig angefasst wird.

00:26:40: Also wir sind auch im internationalen Vergleich völlig rückständig, muss man sagen was Ernährungspolitik angeht und das ist natürlich einfach wirklich schlecht weil es auf Bevölkerungs-Ebene sehr wichtig wäre hier die Prävention zu stärken.

00:26:54: da wir haben das jetzt gesehen die Debatte um die Zuckersteuer ne?

00:26:57: Das ist ja seit Jahren passiert dann nichts und es gibt die Datenlage eindeutig dass das vorteilhaft aus gesundheitlicher Sicht Ja, und ich glaube das sind verschiedene Faktoren.

00:27:07: Dann natürlich viel Lobbyismus in dem Bereich auch und wirtschaftliche Interessen.

00:27:13: Und da steht eben leider nicht die Bevölkerungsgesundheit an erster Stelle.

00:27:18: dann ansonsten wäre es klar was für Schritte da richtig und richtig wären?

00:27:24: Anscheinend ist noch mehr Aufklärungsarbeit von Nöten obwohl wir ja eigentlich wie du gerade sagtest schon die Datenlage haben und im Grunde alles wissen.

00:27:33: Das ist tatsächlich mit Vorsicht zu genießen.

00:27:35: und wir wissen auch aus Studien, dass mehr Ernährungsbildung – das ist ja oft was dann aus der Politik kommt.

00:27:40: Mensch, ja, wir machen eine Ernährung Bildung und damit tut man niemandem das weh.

00:27:43: Und dann kann die Leute selber entscheiden, was sie denn dann essen basierend auf ihrer Ernährungen Bildung.

00:27:47: Wir wissen aber ganz klar, dass das wirklich nur sehr eingeschränkt etwas bringt.

00:27:50: Sondern was wir brauchen ist, dass wir die Rahmenbedingungen so verändern, dass es einfach und günstig wird sich gesund- und umweltfreundlich zu ernähren.

00:27:58: Und dazu gehören natürlich Preissteuerung, dazu gehört Werbung, dazu gehört das Angebot in Supermärkten, dazugehört aber auch ganz klar das Angebote in der Gemeinschaftsverpflegung also in Einrichtungen wie Kliniken, aber auch in Schulen, Restaurants usw.. Genau, hier wäre die Politik dran diese Rahmenbedingungen zu setzen.

00:28:16: Dafür brauchen wir die Politik und das passiert einfach nicht.

00:28:20: Und das ist sehr frustrierend!

00:28:22: Also es ist sehr wohl auch ein politisches Thema.

00:28:25: eine Frage habe ich noch zum Schluss Lisa.

00:28:27: wenn ich jetzt Schritt für Schritt meine Ernährung in Richtung Planetary Health Diet ändern möchte also auch damit in Richtung ausgewogene Ernährungs aber nicht sofort mein komplettes Leben umkrimpeln möchte Nennen wir doch mal bitte drei Veränderungen, die ich heute schon treffen kann

00:28:42: und

00:28:43: die sofort auf meinem Teller sichtbar wären.

00:28:45: Und eben mich dieser gesunden und klugen Ernährung ein Stück näher bringen.

00:28:49: Drei Veränderung!

00:28:51: Ja genau also.

00:28:52: ich finde Schritt für Schritt sowieso gut.

00:28:54: von heute auf morgen umkrempeln das funktioniert in den wenigsten Fällen sondern oft ist es ja so dass man dann nach kurzer Zeit die Lust verliert und das einfach zu anstrengend ist.

00:29:00: Das heißt ich bin total dafür damit experimentierfreude ranzugehen Hier und da mal was ausprobieren, mit einer Mahlzeit anzufangen.

00:29:08: Und sich da anzunähern und drei mögliche Schritte wehren, beispielsweise was ich relativ einfach finde ist alle Mehlprodukte quasi durch Vollkorn zu ersetzen also Vollkernbrot, Vollkarnnudeln.

00:29:19: Das wäre ein relativ einfacher Schritt.

00:29:22: Da geht es nur ums Austauschen.

00:29:24: Dann sind die Hösenfrüchte ganz wichtig, als pflanzliche Proteinträger und absolute Powerhouse ist quasi auch voll mit Ballaststoffen und anderen Nährstoffen.

00:29:34: ganz vorteilhaft gesundheitlich.

00:29:36: Da sich auch mal auszutesten häufiger mal Hösenfrüchte verschiedenste Lindenbohnen, Tofu Tempe Produkte einzubauen und dafür das rote Fleisch frich mal vom Teller zu schieben Und dann optimalerweise auch zu jeder Mahlzeit frisches Obst oder Gemüse zu sichzunehmen.

00:29:51: Auch wenn es abends Abendbrot geht, dann ein bisschen frisches Gemüso dazu und die Gemüseportionen einfach schrittweise zu vergrößern.

00:29:59: Das wären zum Beispiel erste Schritte, die man gehen könnte in diese Richtung.

00:30:03: Sagt Dr.

00:30:04: Med.

00:30:05: Lisa Pörtner, die nahezu zehn Jahre als Internistin gearbeitet hat und auch eine Altersmedizin und Ernährungsmedizinerin ist und gerade ein aktuelles Forschungsprojekt leitet vom Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung und der Charité Berlin.

00:30:20: Ganz herzlichen Dank, Lisa, dass du an dem Podcast bunt ist gut als Expertin dabei warst!

00:30:26: Ich bedanke mich auch!

00:30:30: Das war BUND IST GUT – Der Podcast für kluge Ernährung und gesunde Vielfalt.

00:30:36: Wenn dir diese Folge gefallen hat, abonniere den Podcast, teile ihn mit Freundinnen

00:30:40: und Freunden

00:30:41: und folge uns auf Instagram unter kolcosmos.

00:30:44: Bund ist

00:30:45: gut, entsteht im Rahmen des Projekts Sharp Greens am Leibniz-Institut für Gartenbauwissenschaften und wird in der Forschungsinitiative für den Erhalt der Artenvierfalt durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert.

00:31:00: Bis zur nächsten Folge – und denkt dran!

00:31:03: Bund ist Gut.

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